Vom Sammeln

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Stadthagen...

 
Jörg Böversen

Die Herbstzeit ist für mich Sammelzeit. Es gibt nichts Schöneres als Obst von den Bäumen zu pflücken. Ein herrlicher roter Apfel, eine knackige Birne oder eine saftige Zwetschge. Und man kommt nicht drum herum, das Gepflückte entweder sofort zu genießen oder sorgfältig gesammelt im Keller einzulagern.

Der Schweizer Theologe  Johann Kaspar Lavater (1741 - 1801) hat einmal gesagt: „Sammle dir jeden Tag etwas Ewiges!“ Ja, aber was hat Bestand? - Worte? Wir erleben doch eine Inflation von gedruckten und gesprochenen Worten, und haben wohl alle schon schlechte Erfahrungen damit gemacht, wie Menschen mit Worten umgehen. Worte verklingen im Augenblick des Gesprochenwerdens und sehr oft darf man den Sprecher nicht mehr daran erinnern, was er früher einmal gesagt hat.

Bei Jesu Worten ist es anders, wenn er sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Matthäus 24,35). Wir kennen oder finden sicher Menschen, die uns berichten können, wie Jesu Worte verändern, befreien, heilen, Wege öffnen. Jesu Worte werden deshalb Katastrophen, geschichtliche Wandlungen und Gericht überstehen, weil er an Gottes Statt mit Gottes Macht, in Gottes Auftrag geredet und gehandelt hat.

Jesu Zusagen sind Gottes Zusagen, letztgültig und erprobbar: „Glücklich, wer mit leeren Händen zu Gott kommt, denn der wird Gottes Reichtum erfahren. Meinen Frieden gebe ich euch. Deine Schuld ist dir vergeben. Siehe, ich bin bei euch alle Tage. Siehe, ich mache alles neu“. - Mit diesen Worten können wir rechnen, mit ihnen können wir leben und sterben.
Was Jesus an Zumutungen gesagt hat, bleibt auch gültig: „Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch Gottes Herrschaft unterstellt und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen. Einer trage des Anderen Last! Liebet eure Feinde. Vergebt einander. Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt“.

Wir denken in diesem Monat an Martin Luther und feiern am 31.10. das Reformationsfest. Er hat durch seine Bibelübersetzung den Zugang zum Wort Gottes für alle ermöglicht. „Sammle dir jeden Tag etwas Ewiges“: Fangen wir doch heute damit an, Worte der Bibel so aufzunehmen, dass wir sie im Kopf und im Herzen behalten, dass auch wir ihre schöpferische, verändernde Kraft erfahren. Zum Sofortverzehr oder zum Einlagern, damit wir sie hervorholen können, wenn wir sie benötigen.

Jörg Böversen, Pastor in Stadthagen