Was du mitbringst

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Kategorie: Andacht News

Dieses Jahr schlichen sich in viele Neujahrswünsche lauter kleine Dämpfer ein, wie: „Kann ja eh nur besser werden“ oder „Wie das alles noch werden soll…“

Eine Freundin fasst es so zusammen: „Ich hab nach einer Woche 2022 schon genug. Meinetwegen könnten wir auf 2023 vorspulen.“ Bis wir die entsprechende Taste am Zeitraffer gefunden haben, müssen wir aber wohl den langen Weg nehmen, durch 2022.

Und alle Unwägbarkeiten, die es mitbringt, die vierte Welle, Omikron, Impflicht ja oder nein (ja!) und die immergleiche Frage: Wie lange noch?

„Es leuchtet der Stern.
Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.
Und viel geht Dir unterwegs verloren. Lass es fahren.“

So beschreibt der Theologe Karl Rahner den Weg der drei Weisen aus dem Morgenland. Auch sie auf einem langen Weg. Aber eigentlich beschreibt er mit seinen Zeilen vor allem unseren Weg. Viel kannst du nicht mitnehmen, sagt er. Viel liegt nicht in deiner Hand. Du kannst nicht alles planen, kontrollieren, festhalten. Lass es los, auch dieses Jahr, auch wenn es weh tut. Du hast anderes dabei:
„Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast Du ja bei Dir.“

Und ich gebe auch, was ich mit mir schleppe zu Beginn diesen Jahres. Ich gebe Gott meine jetzt schon über den Haufen geworfenen guten Vorsätze, meine müden Augen, das ständige Chaos um mich. Ich gebe ihm die Sorge um meine Kinder und die Freude, wenn Menschen einander gut sind. Und du?

„Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast Du ja bei Dir.

Gott wird es annehmen.“

Christiane Meyer, Seggebruch