Was übrig bleibt

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Großenheidorn...

 
Wilhelm Thürnau

Die Tiere diskutierten darüber, was wohl an Weihnachten wichtig sei.
„Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs, „was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“
„Schnee“, sagte der Eisbär, „viel Schnee!“ Und er schwärmte verzückt: „Weiße Weihnachten!“ „Mach`s wie ich“, sagte der Dachs, „pennen, pennen, das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich: mal richtig pennen!“
„Und saufen“, ergänzte der Ochse, „mal richtig einen saufen, und dann pennen“ – aber dann schrie er „Aua“; denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: „Du Ochse, denkst du denn gar nicht an das Kind?“ Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: „Das Kind, ja, das Kind, das ist doch die Hauptsache.“ – „Übrigens“, fragte er dann den Esel: „Wissen das die Menschen eigentlich?“
Weihnachten; - immer noch und immer wieder ist es ein schönes Fest. Ruhe, - Geborgenheit, - Gemütlichkeit...
Und das finde ich auch alles völlig okay; - und so ist auch gegen den „Gänsebraten“ des Fuchses, den „Tannenbaum“ des Rehs und das „neue Kleid“ des Pfaus nichts zu sagen...
Aber wie ist das eigentlich mit dem Kind??


In einem Gedicht, das ich dieser Tage las, heißt es unter der Überschrift „Endspurt“:
»Nun schneit es wieder Glückwunschkarten. Die Weihnachtstage sind ganz nah. Wenn leuchtende Raketen starten, ist auch der Jahreswechsel da. Die Post macht täglich Überstunden. Die Briefkästen sind brechend voll. Vor Kassen drängen sich die Kunden. Im Festglanz schwindet mancher Groll.
Die Menschen zeigen sich spendabel. Der Kurs der Nächstenliebe steigt. Und Kleingeld gibt`s  für Bruder Abel, der an der Ecke sitzt und geigt. Bei all` dem liebenden Gedenken fragt sich ein Mensch, der Grüße schreibt,
was von der Liebe und dem Schenken im Januar wohl übrig bleibt.«

Wilhelm Thürnau, Großenheidorn