Weil er mich trägt

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Niedernwöhren...

 
Cord Wilkening

„Mit meinem Glauben, das ist eine ganz eigene Geschichte. Es hat lange gedauert, bis mir das klar geworden ist. Wie die meisten Leute hier habe ich von Kind an mit meinen Eltern abends vor dem Einschlafen gebetet. Mein Kinderglaube wurde im Religionsunterricht und der Konfirmandenzeit vertieft.

Als ich dann erwachsen wurde, wurde er blasser und ferner. Ich begann zu zweifeln, stellte Fragen. Ich wollte die Welt erklärt haben. Aber mein Glaube gab mir oft keine Antwort. Dann suchte ich den Sinn in meinem Leben. Aber der Glaube hatte auch hier keine klare Antwort für mich. Erst als ich alt wurde, habe ich es begriffen, dass der Glaube nicht dazu da ist, uns Antworten zu geben, sondern uns zu tragen. Glaube ist kein Wissen und auch keine letzte Erklärung. Nur Vertrauen.“ –

Eine beeindruckend prägnante Beschreibung des eigenen Glaubens formuliert uns hier ein alter Mensch. Ich erahne dahinter ein erfahrungsreiches Leben, das in der Beziehung zu Gott immer wieder an Grenzen gestoßen ist. Wie wir es auch manches Mal erleben – gerade in den schweren Lebenssituationen – dass unser Glaube uns keine sinnvollen Erklärungen geben kann. Mit dieser Unvollkommenheit müssen wir leben: Mit unserem Verstand können wir Gott nur stückweise wahrnehmen, niemals ganz, dafür sind wir zu begrenzt. Aber als Vertrauen, dass Gott uns im Leben trotzdem begleitet, kann Glaube grenzenlos sein. Und das kann uns tragen und halten.

Cord Wilkening, Pastor in Meerbeck