Weltweit verbunden

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Luhden...

 
Gräber

Was gehen uns die Sorgen anderer Menschen an? Haben wir nicht genug mit unseren eigenen Problemen zu tun? Wenn wir derartige rhetorische Fragen stellen, haben wir vielleicht einen unliebsamen Nachbarn vor Augen, mit dem wir nicht auskommen, oder schlechte Erfahrungen, wenn wir selbst Hilfe benötigt haben.
Die weltweiten Nachrichten der letzten Tage haben viele Menschen bei der Beantwortung dieser Fragen umdenken lassen. Auch wenn wir es noch nicht unmittelbar in unserem Alltag spüren: Wir sind mit der Welt vernetzt. Im Sichtfeld der Kameras werden Männer, Frauen und Kinder an der syrisch/türkischen Grenze von der ISIS ermordet. Endlich wächst auch in unserem Land auch das Verantwortungsbewusstsein für Flüchtlinge aus den Krisengebieten der Erde.

Auch andere Krisen machen betroffen: In Deutschland ist in dieser Woche der erste Ebola-Patient gestorben und wir lesen, dass Mitarbeitende in Krankenhäusern in Westafrika und Helfer in den Krisengebieten aus Angst vor Ansteckung aus ihren Sozialgemeinschaften verstoßen werden. Überall dort, wo Menschenwürde und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, entsteht bei vielen Menschen eine neue Sensibilität. Für Christen entsteht aus solchen Situationen von Not und Unrecht geradezu eine Verpflichtung.
Im biblischen Wort für die morgen beginnende Woche heißt es: „Dieses Gebot haben wir von Gott, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder und seine Schwester liebe.“ Nun wurde ja schon Jesus von einem oberschlauen Gelehrten gefragt, wer denn eigentlich alles unser Bruder und unsere Schwester sein soll. Können dazu auch Menschen aus anderen Ländern gehören? Jesus meint: Unbedingt. Jede und jeder in Not gehört dazu. Ich durfte in dieser Woche eine Delegation ins Europaparlament begleiten.
Der Satz eines Abgeordneten ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: „Die europäische Zivilgesellschaft muss lernen sich zu europäisieren.“ Das betrifft nicht nur den Blick über den Tellerrand unserer Gewohnheiten, sondern auch die Möglichkeit, miteinander mehr erreichen zu können und mehr aufeinander zu achten. Wir sollten diesen Weg alle gemeinsam weiter verfolgen.
 
Lutz Gräber, (Luhden), Schulpastor in Bückeburg