Wenn es in der Kirche zieht

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Niedernwöhren...

 
Cord Wilkening

Cord Wilkening


Es ist noch ziemlich dunkel in der Kirche und still. Ich bin früh angekommen. Bis zum Gottesdienst um 10 Uhr ist noch viel Zeit. Ich setze mich in eine Kirchenbank und genieße den Kirchenraum: Die bunten Fenster, den Altar, den Blumenschmuck. So ein großer Raum, so eine Ruhe. Im Gedanken gehe ich den Gottesdienstablauf durch – alles ist vorbereitet. Langsam werde ich ganz ruhig. Mein Blick wandert wieder zum Altar. Seit einigen Wochen liegt eine alte Bibel darauf. Sie ist aufgeschlagen und jeder kann darin lesen – Gottes gute Gedanken für unser Leben. Auf einmal spüre ich einen feinen Luftzug, der meinen Kopf streift. Ich kann nicht einmal wahrnehmen, ob es kalt oder warm weht. Die Geschichte vom Propheten Elia kommt mir in den Sinn, der Gottes Stimme in einem sanften Wind hört. Ich spüre: Ja, Gott ist jetzt hier, er ist mir ganz nah. – Von dieser Glaubenserfahrung gestärkt feiere ich wenig später mit der Gemeinde den Gottesdienst. Einen eigentlich ganz normalen Gottesdienst. Aber am Ausgang sagen einige mehr als sonst „Danke schön“.

Wenn Sie also am Sonntag in der Kirche sitzen oder während ihres Urlaubs eine Kirche besichtigen, und sie nehmen dann einen feinen Luftzug wahr: Seien Sie darauf gefasst: Es steckt nicht unbedingt die offene Kirchentür dahinter.

Pastor Cord Wilkening, Meerbeck