Worauf es im Leben ankommt

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Stadthagen ...

 
Jörg Böversen

Worauf kommt es eigentlich an in unserem Leben? In dem Stück »Der Hauptmann von Köpenick« besucht der Schuster Wilhelm Vogt seinen Schwager. Vogt kommt eben aus dem Gefängnis, wo er schon mehrmals wegen verschiedener kleinerer Vergehen saß. »Das ist kein Leben so«, sagt er zu seinem Schwager. »Wenn ich einstmals vor meinem Herrgott steh und er fragt mich: Wilhelm Vogt, was hast du gemacht aus deinem Leben?, dann muss ich sagen: Ich habe im Gefängnis Fußmatten geflochten. Dann wird er zu mir sagen: Dazu habe ich dir dieses Leben nicht gegeben, Wilhelm!«. Wozu hat er es uns gegeben? Himmel und Erde werden vergehen - wir auch! In diesem Monat November werden wir bedrängend an unsere Vergänglichkeit erinnert: Volkstrauertag, Toten- bzw. Ewigkeitssonntag. Sonst hat es unsere Gesellschaft verstanden, den Tod, auch Alter, Krankheit und Leiden, vor dem aktiven Leben abzuschirmen. So werden wir in unseren Idealen von Jugend, Schönheit und Aktivität erst gestört, wenn wir selber krank, leidend, alt oder sterbend werden. Und sind dann nicht darauf vorbereitet, deswegen ist es eine Lebenshilfe für uns, wenn wir kranke und alte Menschen besuchen und den Kontakt mit ihnen pflegen. Wenn wir uns auf machen zu den Gräbern unserer Lieben und uns ihrer erinnern und für sie beten. Wir tun uns selbst etwas Gutes damit, weil so die Frage in uns wach bleibt: Worauf kommt es in unserem Leben an? Was will Gott mit meinem Leben?
»Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen« (Matthäus 24,35), sagt Jesus. Darauf kommt es an: auf sein heilsames, kraft- und liebevolles Wort vom „ewigen„ Leben zu hören, hellwach und aufmerksam zu leben, in der Erwartung, dass er kommt und sich mit seiner Herrschaft durchsetzt. Nicht mehr und nicht weniger.

Jörg Böversen, Pastor in Stadthagen