Zwischen den Jahren

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Wunstorf...

 
Thuernau

Diese Zeit vom 27.12. – 6.1. nennt man die „Zeit zwischen den Jahren.“
Eine Zeit des Übergangs, in der es mir manchmal so scheint, daß die Stunden und Tage etwas langsamer vorübergehen. Ich denke an das vergehende Jahr: Kriege, Bürgerkriege, Haß und unvorstellbare, brutale Gewalt, und dann oft noch im Namen Gottes!!
Im persönlichen Leben: Nahe Menschen starben; wie zerbrechlich ist menschliches Leben!!
Und ich denke nach vorn: Was wird kommen? Was sind meine Ziele  2015?
Bei „Alice im Wunderland“ heißt es einmal: „Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?“  „Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest“, sagte die Katze.
„Ach, wohin ist mir eigentlich gleich“, sagte Alice.
„Dann ist es auch egal, wie du weitergehst!“, sagte die Katze.
Wohin möchte ich, und wie möchte ich leben 2015? Kann ich irgendwo und irgendwie achtsamer sein, mich einsetzen für etwas, das mir wichtig ist?
Seit 1930 steht über jedem Jahr eine „Jahreslosung“, ein Wort aus der Bibel.
2014 war es: „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, aus Psalm 73,28; und so möchte ich auch im nächsten Jahr in Gottes Nähe geborgen bleiben. Und dann höre ich in diesen ruhigeren Tagen auf die Jahreslosung von 2015 aus dem Römerbrief, Kap. 15,7: „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“
Weil Christus mich angenommen hat, kann ich 2015 versuchen, andere anzunehmen, jedenfalls etwas mehr als vorher...
Altmeister Goethe hat einmal gesagt: „Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“
„So“, würde ich gerne zur Katze von Alice im Wunderland sagen, „so würde ich gerne weitergehen.“
Ihnen allen ein gutes Neues Jahr, die Juden sagen, ein gutes „Rosch Haschanah“, und daher kommt unser Wunsch: „Einen guten Rutsch“!

Wilhelm Thürnau, Sup. i. R.