Licht für Hütte und Herz

Meldung vom

Gibt´s etwas zu tun für uns?

Im Kern der Weihnachtsgeschichte steht etwas zutiefst Menschliches! Ein Ereignis wird hier besungen, das beinahe alle Menschen selbst erleben oder mitfeiern dürfen. Die Geburt eines Kindes, das uns nahesteht.  Mit jedem Menschenleben beginnt alles von vorn! Es gibt nichts Größeres als geschenktes Leben!

Mit jeder Geburt beginnt auch das Bewusstsein für Zeit! Das löst unterschiedliche Empfindungen aus wie: Endlich 18! Aber auch: Mein Gott, schon 60! Mit der Geburt Jesu ist es aber noch anders. Mit ihr beginnt eine neue Zeitrechnung! Wir zählen unsere Jahre nach seiner Geburt. Das ist angesichts der überlieferten Umstände erst einmal erstaunlich. Nichts an dieser Geschichte ist glorreich oder pompös. Man muss genauer hinschauen, um diese Bedeutung zu entdecken.

Ein schnöder Verwaltungsakt verlangt von Maria und Josef die Reise. Weil in der Nacht nirgendwo eine freie Herberge zu finden ist, wird zur Stätte der Geburt die Krippe. Ein Provisorium! Kleiner und unscheinbarer geht’s nicht! Die Geschichte scheint erst erzählenswert zu sein, als dieses wundersame Leben und Wirken mit Kreuzestod und Auferstehung seine letzte Bedeutung bekommt. Und so beginnt mit ihm die neue Zeitrechnung. Mit Jesus tritt Gott unter die Menschen, sagen wir Christen. Der Glaube an den die Menschen unbeirrbar liebenden Gott kommt in die Welt - und bekommt einen Namen.

Federico Barocci hat die Menschlichkeit der Szene sehr anrührend gemalt. Mutter und Kind sind im Licht. Ein schöner, bewegender Anblick! Sympathisch aber auch der Josef –an der Tür. Lässt er die Gäste hinein? Mir scheint: er will Mutter und Kind schützen.

„Welt ging verloren, Christ ist geboren!“ Hier wird die Welt gerettet?
In den großen Rettungserzählungen sind die Retter sonst stark und mächtig. Sie kommen auf Rossen daher, sind unverwundbar, haben in Drachenblut gebadet. Sie zerschlagen ihre Feinde.
Weihnachten setzt nicht auf Macht und Stärke als Rettungszeichen. Weihnachten ist das Ende der bloßen Erhabenheit und erschreckenden Dunkelheit Gottes.
Ein Gott ist am Werk, der bedürftig wird wie wir es sind. Der das Glück der Freundschaft kennt und der Liebe. Pure Macht und Stärke haben noch niemand gerettet.
Verzweiflung und Unrecht sind damit nicht ausgerottet, Tränen nicht für immer gestillt.
Aber es gilt: das Herz Gottes ist nicht seine Macht, sondern sein Durst, anwesend zu sein und aus unseren Schicksalen nicht zu weichen.
Trost den Unglücklichen, Recht den Armen!

Gibt´s etwas zu tun für uns?
Still werden – zuhören, Gottes Schönheit Raum geben. Dann werden wir bereit für die Aufgaben, an unseren Orten und mit unseren Kräften den Frieden zu fördern und den Menschen zu dienen.
 
Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof