Ostern – Aufstehen gegen die Trägheit

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Kategorie: Pressemeldungen News Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

Menschen wissen um den eigenen Tod. Es gehört auch zu uns, über die Grenze unseres Daseins hinaus zu fragen. Wir schauen bisweilen erschrocken in Gräber;  wir schauen auch über sie hinaus! 
Die  Kulturen dieser Erde bringen beeindruckende  Vorstellungen von der Hoffnung über den Tod hinaus ins Spiel. Die großartigste Erzählung ist mir die Ostererzählung.

„Der gekreuzigte Jesus aus Nazareth lebt – er ist auferweckt und nicht im Totenreich eingeschlossen“! Dieser Ruf gibt dem Osterfest seinen Klang! Da wird christlicher Glaube geboren. Es gibt kaum ein Ereignis in der Antike, das historisch so gut bezeugt ist wie der Auferstehungsglaube.

Ostern meint nicht einfach die Wiederbelebung eines Leichnams. Sondern: die Perspektive für alles Leben wird umgekehrt! Ostern gibt demjenigen Lebensgefühl eine Sprache, das für die unverlierbare Schönheit des Lebens wach bleiben möchte. Die Sprache einer Verzauberung des vergänglichen Lebens ist in modernen Zeiten womöglich anders als früher, aber sie ist nicht tot.

Der Osterruf: „Der Herr lebt- und ihr werdet einst mit ihm leben!“ -  ist ein Statement für die Bemühung um ein würdiges Leben. Eine Perspektive für gedrückte Menschen, verkrümmte Lebensläufe und träge Herzen!  Gewiss: alles Leben vollzieht sich immer auch auf Kosten von Leben. Im Lichte von Ostern ist die letzte Wirklichkeit aber nun der Glanz, der auf dem Leben liegt. Hoffnungslosigkeit lähmt das Denken und Handeln. Hoffnung beflügelt und bringt Hände und Füße in Bewegung. Gegen alle Trägheit!

Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof