Volles Vertrauen beim Rollentausch

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Gottesdienst „gemeinsam anders." für mehr Inklusion

 

Lachen, Klatschen, Bewegung und Zwischenrufe – im Gottesdienst „gemeinsam anders.“ in Stadthagens Jakob-Dammann-Haus ist ordentlich was los gewesen. Die Kirchengemeinde St. Martini und die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH (PLSW) hatten diesen Gottesdienst gemeinsam geplant.

„Wir machen das schon, Oliver.“ – „Ich habe volles Vertrauen zu dir, Hartmut.“ Letzte aufmunternde Sätze haben Pastor Hartmut Spier und Oliver Bruns vom Garten- und Landschaftspflege-Team der PLSW auf ihren Plätzen in der ersten Reihe ausgetauscht, während das Orgel-Vorspiel verklang. Dann wurde es ernst für beide. Gemeinsam hatten sie den Gottesdienst geplant, ihn unter das Motto des Aktionsjahres der PLSW „gemeinsam anders.“ gestellt und schritten dann zur Tat.

Inklusion voranbringen und für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen werben ist der Ansatz gewesen – und die beiden, die sich aus Oliver Bruns Konfirmandenzeit bei Pastor Spier noch gut kennen, waren mit der Frequenz zu diesem etwas anderen Gottesdienst höchst zufrieden.

Rund 100 Gäste, bunt gemischt aus der Gemeinde und aus diversen Bereichen der PLSW harrten gespannt der Dinge – die höchst fröhlich begannen. Der Gottesdienst sei nämlich nicht die einzige Aktion, sagte Spier zur Begrüßung. So, wie nun sein ehemaliger Konfirmand ihn unterstützen werde, müsse er bei Oliver Bruns noch Unterstützung leisten. Eine Art Rollentausch sei vereinbart – weswegen er, der Pastor, im Frühjahr Gartenarbeit machen werde bei der PLSW. Rasenmähen und so. „Das wird lustig – für mich“, freute sich Oliver Bruns – und die Gemeinde lachte.

Bei der Begrüßung, der Lesung aus der Bibel und mit Gesang zu „Über den Wolken“ stand Oliver Bruns verantwortlich vor dem Altar. Gesang steuerte auch Kerstin Woyke aus der PLSW mit dem Lied bei, das sie bei ihrer eigenen Konfirmation bereits allein in einer Kirche gesungen hatte. Hartmut Spier konzentrierte sich in seiner Predigt auf den 1. Brief des Paulus an die Korinther, in dem von den vielen unterschiedlichen Teilen eines Körpers die Rede ist, die alle notwendig sind, damit dieser Körper funktioniert - keines ist besser, keines ist schlechter, alle sind ein Teil vom Ganzen und notwendig. Laut und vernehmlich schallte nach diesen Worten ein „Ja, genau!“ von den hinteren Rängen in der Kirche. Bewegung war zu diesem Zeitpunkt schon längst in die Gemeinde gekommen, weil ein Puzzle versinnbildlichen sollte, dass jedes einzelne Teil wichtig ist. Die Puzzle-Teile hatte Oliver Spier am Eingang an die Besucher verteilt, Stück für Stück wurden sie wieder nach vorne getragen.
Während Kaffee und Kuchen beim anschließenden Kirchen-Café reichlich zugesprochen wurde, meinte eine Besucherin: „Können wir das im nächsten Jahr auch wieder machen? Gemeinsam anders einen Gottesdienst feiern?“ (ade)