Kirchenasyl – ein Zeichen christlicher Solidarität

In einer Zeit, in der Menschen aufgrund von Krieg, Verfolgung und existenzieller Not gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, sprechen wir als Kirche ein klares Wort: Schutz und menschliche Würde gehören zusammen. Das Kirchenasyl ist ein Ausdruck dieser Überzeugung. Es zeigt: Kirche ist kein Ort des Wegschauens, sondern ein Ort der Zuflucht.

Was ist Kirchenasyl?

Kirchenasyl bedeuten, dass eine Kirchengemeinde – in Kooperation mit der Landeskirche – einem Menschen, der akut von Abschiebung bedroht ist, vorübergehend Schutz in kirchlichen Räumen gewährt. Es geht nicht darum, staatliche Verfahren auszusetzen oder Recht zu umgehen. Es geht vielmehr darum, eine Zeitspanne zu schaffen, in der geprüft werden kann, ob eine Abschiebung humanitär vertretbar ist – oder ob die Kirchen- und Gemeindearbeit gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern neue Perspektiven eröffnen kann.

Warum tut Kirche das?

Weil jede und jeder Mensch von Gott gewollt und in seiner Würde unantastbar ist.

Weil wir uns an das biblische Gebot erinnern: Fremde zu beherbergen, Schutzbedürftige wahrzunehmen und Hoffnung zu schenken.

Weil wir Verantwortung übernehmen für diejenigen, die in existenzieller Unsicherheit leben – auch wenn staatliche Verfahren ihre Berechtigung haben, dürfen sie nicht die letzte Instanz sein in Fragen von Leben und Würde.

Wie funktioniert das konkret?

Eine Gemeinde oder kirchliche Einrichtung stellt Räume zur Verfügung und begleitet den Schutzsuchenden durch das Kirchenasyl.

Parallel laufen Gespräche mit den Behörden, ggf. mit juristischer Begleitung, damit geprüft werden kann, ob humanitär gewichtige Gründe vorliegen bzw. eine verlässliche Perspektive geschaffen werden kann.

Während des Kirchenasyls wird an einer langfristigen Lösung gearbeitet: Bleiberechtliche Klärung, alternative Wege der Integration oder Rückkehr in sicheren Rahmen.

Die Gemeinde steht ein, organisiert Unterstützung – sozial, seelsorglich, spirituell – und bezieht ihre Verantwortung im gesellschaftlichen Kontext wahr.

Für wen ist das Angebot?

Kirchenasyl richtet sich an Menschen, die sich in einer Lebenssituation befinden, in der eine Abschiebung mit großer persönlicher Gefahr oder existenzieller Not verbunden wäre. Es ist kein Automatismus, sondern wird im Einzelfall verantwortet, begleitet durch kirchliche und zivilgesellschaftliche Partner.

Weiterführende Informationen

Für vertiefte Einblicke und aktuelle Materialien verweisen wir auf die Webseite der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen unter Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen – Flucht, Asyl, Migration