Handlungsempfehlungen für die Konfirmandenarbeit unter den Bedingungen der Corona Pandemie

Stand: 14. Mai 2020

Einleitung

Die kirchliche Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden ebenso wie Gottesdienste und Kasualien können seit dem 6. Mai wieder unter den Rahmenbedingungen stattfinden, die das Land und Kommunen im Blick auf Versammlungsgrößen, Räume und Hygienebestimmungen jeweils aktuell festlegt. Die Bestimmung lautet wie folgt: 

Zusammenkünfte in Kirchen oder entsprechend genutzten Einrichtungen einschließlich der Zusammenkünfte in Gemeindezentren und gemeindlichen Einrichtungen zur Unterweisung und Vorbereitung von Personen auf religiöse Feste und Ereignisse, wie zum Beispiel Konfirmation sind zulässig, wenn sichergestellt ist, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, einhält.

Das bedeutet, dass sich auch die Konfirmandengruppen der Jahrgänge 7 und 8 in Gemeindehäusern treffen können, bevor für diese Klassen der schulische Präsenzunterricht beginnt (wann genau er für diese Jahrgänge beginnt, ist z.Zt. noch offen.). Konfirmandenarbeit in Präsenz ist also ab sofort wieder möglich. Dazu muss die Einhaltung der auf S. 3-4 dieser Handlungsempfehlungen beschriebenen Abstands- und Hygienestandards gewährleistet sein. Auf der Basis dieser Standards beschließt der Kirchenvorstand die Wiederaufnahme der Konfirmandenarbeit und führt ebenfalls einen Beschluss über die organisatorischen und räumlichen Maßnahmen herbei, die entsprechend dokumentiert werden. Dieses örtliche Konzept übermittelt der Kirchenvorstand auch dem Landeskirchenamt zur Kenntnisnahme zu Händen des Theologischen Referenten (l.graeber(a)lksl.de).

Wir danken Ihnen herzlich, dass Sie in den Kirchengemeinden den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen ebenso wie zu den Eltern auf kreative und gewinnende Weise gehalten haben und zum Teil mit insbesondere digitalen Formaten die Konfirmandenarbeit fortgeführt haben. Die Konfirmandenarbeit dient nicht nur der religiösen Bildung und der Vorbereitung der Konfirmation, sondern bietet gerade in dieser Zeit auch einen wichtigen Raum, aufbrechende Fragen und Sorgen mit den Kindern und  Jugendlichen zu besprochen, ihnen Mut und Hoffnung zuzusprechen und theologisch mit ihnen zu reflektieren, was Menschen widerfährt. 

Inhaltliche Anregungen dazu bietet die Webseite des RPI Loccum unter https://www.rpi-loccum.de/konfi-arbeit. Auf dieser Seite finden Sie auch zu anderen, hier angesprochenen Themen von Konfirmandenarbeit unter Corona Bedingungen Informationen und Materialien, die laufend ergänzt werden.

Zu den besonderen Chancen dieser Zeit gehört die Weiterentwicklung virtueller Formate der Begegnung, des Unterrichtens und der Feier auch in der Konfirmandenarbeit der Zukunft. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Beauftragten für Konfirmandenarbeit in der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe, Pastorin Sarah-Madeleine Keller (s.-m.keller(a)lksl.de) und Diakon Helmut Siebörger (sieboerger(a)laju-sl.de). 

Die Kirchen hatten im Zuge der Gespräche mit dem Land Niedersachsen über die Wiederaufnahme der Gottesdienste auch darum gebeten, wieder mit der Konfirmandenarbeit beginnen zu können und ein Schutzkonzept vor allem mit Abstandsregelungen und Hygienestandards vorgelegt. 

Für die Konfirmandenarbeit haben wir zudem erklärt, die Regelungen der Schulen mit einzubeziehen.[1] Dem entsprechend finden Sie am Ende für einen schnellen Überblick eine Zusammenstellung der derzeit gültigen Abstandsregeln und Hygienestandards bezogen auf die Konfirmandenarbeit.

[1]Eckpunkte einer verantwortlichen Gestaltung von Gottesdiensten in den evangelischen Kirchen  Niedersachsens (Stand 30.4.2020); Niedersächsischer Rahmenhygieneplan Corona Schule (Stand 23.4.2020)

A.

Für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden bittet das Landeskirchenamt bis auf Weiteres folgende Punkte zu beachten:

1. Die Konfirmandenarbeit kann nach §4(3) der Richtlinie für die Konfirmandenarbeit vom 19.01.1989 unserer Landeskirche auf Antrag in unterschiedlichen Jahrgangsstufen beginnen und in der Regel bis zur achten oder neunten Jahrgangsstufe enden. Hier ist ein sehr weiter Zeitraum möglich, der zurzeit auch genutzt werden sollte. 

In keinem Fall sollte allerdings die Gesamtzeit von einem Jahr auch bei einem „Einjahresmodell“ der Konfirmandenarbeit unterschritten werden.

2. In diesem Jahr werden die in der Regel zwischen Palmarum und Pfingsten gefeierten Konfirmationen nicht wie sonst üblich stattfinden. Auch im Herbst werden vermutlich noch keine „großen“ Konfirmationsgottesdienste möglich sein. Darauf sollten Sie die Konfirmandeninnen und Konfirmanden und ihre Eltern entsprechend langfristig hinzuweisen. Die Teilnahme und Mitwirkung „der“ Gemeinde sollte in jedem Fall möglich sein, ggf. durch die Beteiligung von Mitgliedern des Gemeindekirchenrates und den örtlichen Teamern in der Konfirmandenarbeit.

Notwendig ist in der Konfirmandenarbeit jetzt, über die Zeit bis zur Konfirmation intensiven Kontakt zu den Konfirmandinnen und Konfirmanden zu halten und auch die Elternarbeit fortzuführen.

In einigen Kirchengemeinden gibt es die Idee, größere Kirchen für Konfirmationsgottesdienste auch anderen Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Entsprechend langfristige Absprachen sind in den Aufsichtsbezirken sinnvoll.

3. Die Feier des Heiligen Abendmahls ist im Rahmen eines Gottesdienstes möglich (Die Handlungsempfehlungen dafür werden in Kürze veröffentlicht). Für den vielerorts üblichen Abendmahlsgottesdienst am Vorabend der Konfirmation oder die Darreichung des Abendmahls im Rahmen des Konfirmationsgottesdienstes sind die aktuell geltenden landeskirchlichen Handlungsempfehlungen zu beachten. Wir regen in der Vorbereitungsphase auf die Konfirmation ersatzweise ein Agapemahl an, das auch verteilt und zeitgleich in den Familien gefeiert werden kann und auf die Mahlgemeinschaft vor Gott verweist. 

4. Der Beginn des neuen Jahrgangs zur Konfirmation im Jahr 2022 kann je nach Einschätzung der Situation vor Ort/im Aufsichtsbezirk flexibel gehandhabt werden. Leitend für diese Entscheidung sollte die Frage sein, ob unter den im Herbst vorfindlichen Rahmenbedingungen attraktive und für Kinder und Jugendliche angemessene Formen der Konfirmandenarbeit umzusetzen sind. In jedem Fall aber werden die potenziellen Konfirmanden und ihre Familien zu den gemeindlich üblichen Zeiten angeschrieben und zu einem Begrüßungsgottesdienst eingeladen.

5. Bei einer größeren Zahl der angemeldeten Konfirmanden, müssen analog zur Schule entsprechend der jeweiligen Räumlichkeiten in der Regel mehrere kleine Gruppen gebildet werden. Die gesamte Gruppe könnte sich dann auch in digitalen Formaten erleben.

6. Partner- und Gruppenarbeit dürfen nur unter Einhaltung der Abstandsregeln und der Hygienestandards erfolgen. Kann der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden, müssen die Beteiligten Mund-Nasen-Schutz tragen. 

7. Auf Freizeiten und Exkursionen ist bis zu einer entsprechenden Veränderung in den Verordnungsblättern des Landes zu verzichten, auch wenn dadurch ein wesentliches Element der Konfirmandenarbeit entfällt. Blocktage sind unter Beachtung der Hygienebedingungen und in einer verkleinerten Gruppengröße nur in Kirchen und Gemeindehäusern möglich. 

8. In Abstimmung mit den religionspädagogisch für die Arbeit in den einzelnen Gemeinden Verantwortlichen ist zu prüfen, wie die wesentlichen Arbeits- und Unterrichtsinhalte ausreichend vermittelt werden können. Insbesondere ausgefallene Freizeiten und Konfirmandenseminare sollten nicht ersatzlos entfallen. Zentrale Inhalte müssen nachgeholt oder in passenden Online-Formaten vermittelt. 

9. Wir empfehlen angesichts der über Wochen nicht vorhandenen oder erheblich eingeschränkten Möglichkeiten zum Gottesdienstbesuch, den gemeindlichen Richtwert für die laufenden Konfirmandenjahrgänge zu reduzieren. Andererseits ist auch die Teilnahme an virtuellen Andachtsformen anzuerkennen. Wir regen an, Konfirmanden selbst online Andachten und alternative Gottesdienstformen (mit)gestalten zu lassen. 

B.

Daraus ergeben sich als Handlungsempfehlungen für die Konfirmandenarbeit im Hinblick auf die derzeit gültigen Abstandsregelungen und Hygienestandards:

  • Bei Krankheitszeichen (z. B. Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Luftnot, Verlust des Geschmacks- / Geruchssinn, Halsschmerzen, Schnupfen, Gliederschmerzen) sollen die Konfirmanden ebenso wie die in der Konfirmandenarbeit Mitwirkenden auf jeden Fall zu Hause bleiben.
  • Die Gruppengröße ist abhängig von den räumlichen Gegebenheiten – ein Mindestabstand von 1,5 m in alle Richtungen ist zu gewährleisten; d.h. größere Gruppen sind in der Regel zu teilen. Die Tische und Stühle müssen so gestellt sein, dass der Mindestabstand zwischen den Konfirmanden und den an der Konfirmandenarbeit Mitwirkenden gewährleistet wird.
  • Auch unmittelbar vor dem Beginn und nach dem Ende der Konfirmandenarbeit, beim Zugang ins Gemeindehaus sowie in den Pausen muss gewährleistet sein, dass Abstand gehalten wird.  
  • Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz wird insbesondere vor Beginn, nach dem Ende sowie in den Pausen empfohlen. Sofern der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann, dann ist zwingend Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Auf Körperkontakt wird grundsätzlich verzichtet. Also auch unter den Konfir­manden keine Berührungen, Umarmungen, Ghetto-Faust und kein Händeschütteln.
  • Auf gemeinsames Singen wird verzichtet.
  • Die Konfirmandinnen und Konfirmanden bringen ihr Unterrichtsmaterial mit bzw. erhalten neues Unterrichtsmaterial zur Allein- bzw. Einmalnutzung. Gegenstände wie z. B. Trinkbecher, persönliche Arbeitsmaterialien, Stifte dürfen nicht mit anderen Personen geteilt werden.
  • Oberflächen, Tische und Sitzflächen werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert und auch während der Konfirmandenarbeit werden die Räume regelmäßig gelüftet.
  • Desinfektionsmittel mit breitem Wirkungsgrad ist für Konfirmanden, Teamer, Diakone und Pastoren und anderen an der Konfirmandenarbeit beteiligten Personen an gut zugänglichen Standorten verfügbar; in Sanitäranlagen werden Seife sowie Einwegtücher zum Abtrocknen der Hände mit Entsorgungsmöglichkeit vorgehalten.
  • Zur Nachverfolgung von Kontakten ist die Anwesenheit und ggf. die Sitzordnung (möglichst wenig verändern) zu dokumentieren.

Kirchenvorstand und Pfarramt tragen die Gesamtverantwortung für alle genannten Entscheidungen; eine Abstimmung mit den Nachbargemeinden und in den Aufsichtsbezirken ist hilfreich. Wir empfehlen grundsätzlich, Konfirmandinnen und Eltern über die anstehenden Entscheidungen zu informieren.

Hinweise zur Arbeit der Leitungsgremien in den Kirchengemeinden

(Stand: 13. Mai 2020)

1. Gremiensitzungen mit persönlicher Anwesenheit sind grundsätzlich unter strikter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt

Nach der Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus vom 17. April 2020 i.d.F. vom 8. Mai 2020 sind Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

Verboten sind derzeit Zusammenkünfte in Vereinseinrichtungen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie alle öffentlichen Veranstaltungen. Auch der Besuch der Zusammenkünfte und öffentlichen Veranstaltungen ist verboten. Sitzungen der kommunalen Vertretungen, Gremien, Fraktionen und Gruppen sowie des Landtages und seiner Ausschüsse, Gremien und Fraktionen sind dagegen erlaubt.

Seit dem 11. Mai 2020 können auch gewählte Gremien von öffentlich-rechtlichen Körperschaften sowie von Vereinen, Initiativen oder anderen ehrenamtlichen Zusammenschlüssen Sitzungen und Zusammenkünfte durchführen, wenn sichergestellt ist, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, einhält.

Diese Bestimmung gilt für die gewählten Kirchenvorstände der Kirchengemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Da nach § 23 Absatz 3 Kirchengemeindeordnung die Sitzungen des Kirchenvorstandes in der Regel nicht öffentlich sind, können sich die Mitglieder eines Kirchenvorstandes nun wieder treffen, um die notwendigen Beschlüsse zu fassen.

Vorausgesetzt ist, dass bei Zu- und Abgang sowie während der gesamten Dauer der Sitzung zwischen den Anwesenden der Abstand von 1,5 m eingehalten werden kann.

Angesichts der Lage empfehlen wir, dass der Kirchenvorstand die Zulassung der Öffentlichkeit nicht beschließt.

Zur Verringerung des Infektionsrisikos empfehlen aber weiterhin, keine Sitzungen von Gemeindekirchenräten mit persönlicher Anwesenheit der Teilnehmenden durchzuführen.

Klausurtagungen bleiben nach wie vor verboten.

2. Video- oder Telefonkonferenzen

Anstelle einer Kirchenvorstandssitzung mit persönlicher Anwesenheit sind in den letzten zwei Monaten in den Kirchengemeinden Gremiensitzungen als Telefon- oder Videokonferenzen durchgeführt worden. Wo das nicht möglich war, wurden Umlaufbeschlüsse herbeigeführt.

Wir empfehlen an dieser Form festzuhalten und nur dort Sitzungen mit persönlicher Anwesenheit durchzuführen, wo es unerlässlich ist, wie beispielsweise bei unaufschiebbaren Personalentscheidungen.

Telefon- und Videokonferenzen sind nach unseren für die Beschlussfassung in Gremien geltenden kirchenrechtlichen Vorschriften zulässig. Denn die Mitglieder des jeweiligen Gremiums sind über Telefon und/oder Video beieinander, können Meinungen und Argumente austauschen und so zu Beschlüssen kommen. Insoweit ist den Regeln zu Sitzungen unter Anwesenden Genüge getan. Voraussetzung ist aber, dass eine Teilnahme über Telefon- oder Videokonferenz für alle Mitglieder des Gremiums möglich ist. 

Folgende Systeme haben sich bewährt: zoom.us/de-de/meetings.html oder https://www.skype.com/de/ . 

Im Landeskirchenamt nutzen wir selbst Zoom-meetings, weil das Programm nach Einschätzung der EKD datenschutzkonform ist.
Um die Videokonferenzsysteme zu nutzen, benötigen Sie ein Notebook oder einen PC mit Mikrofon oder auch ein Smartphone und optional auch eine Kamera sowie einen E-Mail Zugang. Ohne Mikrofon können Sie sich bei Zoom auch per Telefon oder per Mobiltelefon einwählen.

3. Beschlussfassung im Umlaufverfahren

Beschlüsse im Umlaufverfahren sind explizit in der Kirchengemeindeordnung zwar nicht vorgesehen, sind aber auf Grund der derzeitigen Situation nach allgemeinen Bestimmungen über Abstimmungen unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

Die Beschlussfassung muss so dringend sein, dass die Angelegenheit nicht bis zur nächsten regulären Sitzung unter Anwesenden warten kann. Der Beschlussvorschlag muss allen Mitgliedern des Gremiums zugehen. Grundsätzlich müssen alle Mitglieder des Gremiums mit der Beschlussfassung im Umlaufverfahren einverstanden sein. Das müssen alle Mitglieder des Gremiums auch positiv zurückmelden per Brief, Telefon, E-Mail oder direkt auf dem Abstimmungsbogen des Umlaufverfahrens.
Parallel zur Abfrage zum Verfahren wird im Umlaufverfahren die Meinung des Mitglieds des Gremiums (ja, nein oder Enthaltung) zu der in Rede stehenden Sachentscheidung abgefragt. Für die Sachentscheidung gelten die regulären im konkreten Fall geltenden Mehrheitsanforderungen, also z.B. bei Abstimmungen im Kirchenvorstand gemäß § 25 KGO. 

Bei einer Wahl durch den Kirchenvorstand kann wie folgt vorgegangen werden: Eine Wahl durch den Kirchenvorstand kann auch im Umlaufverfahren erfolgen. An dieser Wahl im Umlaufverfahren müssen allerdings alle Mitglieder des Kirchenvorstandes teilnehmen. 

Das Landeskirchenamt, den 13. Mai 2020

Aktualisierungen ergänzend zu den Handlungsempfehlungen vom 05.05.2020

Aktualisierungen ergänzend zu den Handlungsempfehlungen der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe vom 05.05.2020 bezugnehmend auf die Niedersächsische Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 8. Mai 2020:

  • § 2c (1): Konfirmandenunterricht, Taufvorbereitung und Trauergespräche sind in Gemeindehäusern erlaubt, sofern gewährleistet ist, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, einhält.
  • § 2c (1): Freiluftgottesdienste dürfen durchgeführt werden. Sie sind unter Wahrung der Abstandsregel von 1,5 m ab 11.05.2020 möglich ohne dass dafür eine gesondert beantragte Ausnahmegenehmigung vorliegen muss. Zur weiteren Organisation der praktischen Durchführung von Freiluftgottesdiensten sind die Hinweise in den Handlungsempfehlungen hinzuzuziehen. Eine Ausnahme gegenüber den Gottesdiensten in den Kirchen gilt für den Fall, dass bei Freiluftgottesdiensten Posaunenchöre spielen sollten. Dies ist möglich, wenn die einzelnen Musiker je einen Abstand von mind. 2 m und einen größeren Abstand zur Gemeinde haben. Die Gemeinden bzw. Samtgemeinden sollten über die Freiluftgottesdienste unbedingt informiert werden.
  • § 2c (1): Friedhofskapellen werden nun gleichwertig zu den Kirchen behandelt und können genauso wie die Kirchen für Teilnehmende an Trauerfeiern organisatorisch vorbereitet werden (Raumplan mit Abstandskonzept, markierte Plätze). 2c(2): Es ist aber zu beachten, dass nach dem Gottesdienst (der Trauerfeier) nur 20 Personen am Grab zugelassen sind.
  • Abschließend eine wichtige Ergänzung zu den Hinweisen für die Durchführung der Gottesdienste: Die Emporen dürfen nicht genutzt werden und bei Sologesang sollte der Abstand zur nächsten Person mindestens 3 m betragen.

Handlungsempfehlungen für Gottesdienste

Handlungsempfehlungen für Gottesdienste in den Gemeinden der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe ab dem Sonntag Kantate, dem 10. Mai 2020 unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln und unter Berücksichtigung der „Eckpunkte einer verantwortlichen Gestaltung von Gottesdiensten in den evangelischen Kirchen Niedersachsens (Stand: 30.04.2020)“ vorbehaltlich der Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus, die zum 7. Mai 2020 in Kraft tritt.

Gottesdienste sind essentieller Ausdruck persönlicher Spiritualität und kirchlicher Gemeinschaft; sie bieten Raum für Fragen des Lebens, Vergewisserung und Hoffnung. Von der Möglichkeit Gebrauch machen zu können, auch in Zeiten der Corona-Krise Gottesdienste in unseren Kirchen feiern zu können, lässt uns in unseren Gemeinden zu einem unverzichtbaren Teil kirchlichen Lebens zurückkehren. Dies ist für alle Verantwortlichen bei allen Schwierigkeiten auch ein Grund der Freude und des Trostes. Trotz aller notwendigen Einschränkungen bei der Gestaltung in den Zeiten der Corona-Krise sind die Gottesdienste der entscheidende Eckpunkt des geistlichen Lebens unserer Kirchengemeinden. Aus diesem Grund bitten wir alle Verantwortlichen, die notwendigen Vorbereitungen zur Umsetzung der unten beschriebenen Maßnahmen zügig umzusetzen, damit Gottesdienste in allen Gemeinden unserer Landeskirche wieder möglich werden.

Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass viele Menschen, die unsere Gottesdienste besuchen, zur Risikogruppe gehören. Aus diesem Grund steht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkündigungsdienst wie auch für alle Gottesdienstbesucher der Schutz der Gesundheit und die Eindämmung der Pandemie an oberster Stelle. Gottesdienste werden in geeigneten Kirchenräumen angeboten und sollen in den nächsten Monaten verstärkt auch unter freiem Himmel stattfinden. Aber auch bei Gottesdiensten im Freien müssen die Abstands- und Hygienebestimmungen sowie mögliche Versammlungsbeschränkungen unbedingt berücksichtigt werden.

Allgemeine Hinweise

  • Der Kirchenvorstand beschließt die Öffnung der Kirchen für die Gottesdienste und führt bis zum 10. Mai 2020 ebenfalls einen Beschluss über die organisatorischen und räumlichen Maßnahmen herbei, die entsprechend dokumentiert werden. Dieses örtliche Konzept übermittelt der Kirchenvorstand auch dem Landeskirchenamt zur Kenntnisnahme zu Händen des Theologischen Referenten (l.graeber@lksl.de). Eine Vorlage zur Berechnung der Zahl der Sitzplätze und zur Sitzordnung ist diesen Handlungsempfehlungen beigefügt.
  • Das Tragen von Mund-Nase-Schutz wird empfohlen. Eine Ausnahme gilt für liturgisch handelnde Personen in ausreichendem Abstand zu anderen Personen. Das Tragen von Mund-Nase-Schutz ist für liturgisch handelnde Personen vorgeschrieben, wenn sie die Abstandsregel von mindestens 1,50 m in Ausübung der liturgischen Handlung nicht einhalten können.
  • Kasualgottesdienste (Taufen, Trauungen, Trauerfeiern) und Wochengottesdienste werden gleichbehandelt. Auf Körperkontakt wird grundsätzlich verzichtet, sofern er nicht bei bestimmten liturgischen Handlungen unverzichtbar ist (z.B. Taufe). Aufgrund dieser Beschränkungen empfehlen wir weiterhin, insbesondere Taufen, Trauungen und Konfirmationen (hierzu sind zusätzlich auch die Einlassbeschränkungen in besonderer Weise zu beachten) nicht in der ersten Jahreshälfte durchzuführen.
  • Abendmahlsfeiern erfordern besondere hygienische Achtsamkeit! Die Gemeinde sollte in erster Linie erinnert werden, dass der Wortgottesdienst keine „Minderform“ von Gottesdienst ist, sondern die vollständige Gegenwart Jesu Christi eröffnet. Auf die regelmäßige Feier des Hl. Abendmahls werden wir in der Zeit der Krise schweren Herzens weitgehend verzichten müssen. Wenn Abendmahl ausnahmsweise gefeiert wird, ist der Mindestabstand zwischen den Teilnehmenden (1,5 m) zwingend einzuhalten, der Zelebrant/die Zelebrantin muss Handschuhe und Mund-Nasenschutz tragen und die Hostie in die Hand des Empfangenden legen. Wegen der Einhaltung des Mindestabstandes sollte das Abendmahl als Wandelabendmahl gestaltet werden. Auch ohne Kelchkommunion empfängt die Kommunikantin / der Kommunikant das vollgültige Hl. Abendmahl. Bitte weisen Sie die Gemeindeglieder entsprechend darauf hin. Sollte die Kelchkommunion durchgeführt werden, ist diese nur im Einzelkelch zulässig.
  • Die Wege einer medialen Teilnahme an Andachten, Gottesdiensten und anderen Angeboten sind in Gemeinden unserer Landeskirche zum Teil sehr intensiv, niveauvoll und sowohl spirituell als auch professionell genutzt und von vielen Menschen dankbar angenommen worden. Dafür herzlichen Dank und die Bitte, auch weiterhin vergleichbare Angebote zu machen.

Hygienemaßnahmen

  • Desinfektionsmittel ist in ausreichender Menge auf den Toiletten und im Eingangsbereich der Kirche (dort mindestens 2 Spender) bereit zu stellen. Es ist sinnvoll, die Hände der Eintretenden durch die Mitarbeitenden desinfizieren zu lassen, die die Gottesdienstbesucher begrüßen.
  • Oberflächen, Bänke und Sitzflächen werden regelmäßig nach den Gottesdiensten gereinigt, finden mehrere Gottesdienste nacheinander statt, ist eine Reinigung nach dem letzten Gottesdienst ausreichend. Türgriffe und Handläufe sind zusätzlich zu den weiteren Hygienemaßnahmen vor dem Gottesdienst zu desinfizieren.

Regelungen im Eingang

  • Eine eingewiesene Person begrüßt (vorzugsweise zusätzlich zur Mund-Nase-Maske auch mit Handschuhen) die Gottesdienstbesucher und klärt sie über die Verhaltensregeln, die Einhaltung der Abstandsregelung, die Sitzordnung sowie die Hygienemaßnahmen auf. Diese Verordnungen sind auch schriftlich vorzuhalten und an der Kirchentür bzw. im Eingangsbereich gut sichtbar anzubringen.
  • Eine weitere eingewiesene Person kontrolliert die Einhaltung der Sitzordnung und signalisiert, wenn keine Plätze mehr besetzt werden dürfen. Weitere Gottesdienstbesucher dürfen dann nicht mehr eingelassen werden. Bei besonders großer Nachfrage, sollte natürlich ein weiterer Gottesdienst am selben Tag angeboten werden. Analoges gilt für Konfirmationsgottesdienste.

Abstandsregeln

  • Der Mindestabstand zwischen den Gottesdienstbesuchern beträgt 1,5 m.
  • Die Plätze, die in der Kirche besetzt werden dürfen, müssen markiert werden.
  • Auch im Kirchenvorraum ist darauf zu achten, dass die Gottesdienstbesucher die Abstandsregeln einhalten. Ggf. müssen weitere Gottesdienstbesucher mit dem gebotenen Abstand vor der Kirche warten.
  • Es ist wünschenswert, eine separate Ausgangstür zu öffnen, um Eingang und Ausgang zu separieren. Die Türen sollten, wenn möglich, während des Gottesdienstes geöffnet bleiben.

Ergänzende Hinweise zur besonderen Beachtung

Singen und Kirchenmusik

Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko. Deshalb gilt: Auf gemeinschaftlichen Gesang der Gläubigen wird möglichst verzichtet oder er wird auf das Notwendigste begrenzt. Liturgischer Gesang ist bei ausreichendem Abstand zur Gemeinde möglich. Auf eine musikalische Begleitung durch Chöre, Posaunenchöre oder einzelne Blasinstrumente wird verzichtet. Sologesang in ausreichendem Abstand zu allen anderen Personen ist vertretbar.

Gesangbücher, Texte, Kollekten

Werden im Gottesdienst Texte verwandt, die allen zugänglich sein sollen (Psalm, Gebete, Lieder), so sollen dafür Kopien zur einmaligen Verwendung erstellt werden, die für alle Teilnehmenden bereits auf den Platz gelegt werden. Gesangbücher sollen nicht verwandt werden. Wo es möglich ist, können Texte auch projiziert oder auf den Webseiten der Gemeinden online gestellt werden, so dass ganz auf Papier verzichtet werden kann. 

Für Kollekten sind am Ausgang Behältnisse aufzustellen, so dass das Einwerfen kontaktlos möglich ist. Sammlungen in den Bänken und Reihen werden nicht durchgeführt. Es gilt der laufende Kollektenplan.

Weitere Gottesdienste

Gottesdienste unter freiem Himmel

Über die Genehmigung und Durchführung der Gottesdienste unter freiem Himmel gibt es erst Klarheit, wenn die neue Verordnung erlassen wurde. Im Idealfall teilt das Landeskirchenamt kurzfristig mit, dass die Gottesdienste unter freiem Himmel, wie hier bereits beschrieben, durchgeführt werden dürfen. Vorher dürfen noch keine Gottesdienste unter freiem Himmel stattfinden.

Nicht nur zu besonderen Anlässen wie Himmelfahrt oder Pfingsten kann es eine Alternative sein, den Gottesdienst unter freiem Himmel statt in der Kirche zu feiern.

Maßnahmen des Infektionsschutzes, Abstands- und Hygieneregeln sind auch hier anzuwenden.

In der Praxis bedeutet das:

  • die Mitwirkenden agieren mit Abstand;
  • Ausreichender Abstand zwischen Mitwirkenden und Besuchern; Das Tragen von Mund-Nase-Schutz ist für liturgisch handelnde Personen vorgeschrieben, wenn sie die Abstandsregel von mindestens 1,50 m in Ausübung der liturgischen Handlung nicht einhalten können.
  • Einzelsitzplätze mit Stühlen in ausreichendem Abstand
  • Bänke, bei denen der Sitzabstand markiert ist
  • Stehplätze, im Idealfall auf dem Boden markiert
  • Zugangskontrolle, um eine Überfüllung des Platzes zu verhindern
  • Ordner, die unterstützend und korrigierend agieren
  • Eindeutige Hinweise durch Schilder, Ansagen, Handzettel
  • Beachtung der Hinweise dieses Dokuments zu Gesang, Kirchenmusik, Abendmahl, Gesangbüchern, Kollekten.


Kindergottesdienst

Die Durchführung von Kindergottesdiensten ist ab dem Zeitpunkt wieder möglich, an dem alle Grundschüler der Klassenstufen 1-4 wieder am Präsenzunterricht teilnehmen. Dazu gibt es momentan noch keinen abgestimmten Termin, der Niedersächsische Kultusminister hat Ende Mai / Anfang Juni avisiert.

Weitere Gemeindeveranstaltungen

Bitte beachten Sie, dass alle weiteren Gemeindeveranstaltungen bis auf Weiteres aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht durchgeführt werden dürfen.

Hinweise zur Arbeit der Leitungsgremien in den Kirchengemeinden

(Stand: 31. März 2020)

1. Vorerst keine Sitzungen mit persönlicher Anwesenheit

Nach der Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums vom 22. März 2020 sind Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. 

Wir empfehlen daher, vorerst keine Sitzungen von Kirchenvorständen und Gemeindekirchenräten und anderen kirchlichen Leitungsgremien mit persönlicher Anwesenheit der Teilnehmenden durchzuführen. 

Stattdessen sollten Sitzungen als Telefon- oder Videokonferenzen stattfinden oder - wo das nicht möglich ist - im Wege von Umlaufbeschlüssen durchgeführt werden.

2. Video- oder Telefonkonferenzen

Telefon- und Videokonferenzen sind nach unseren für die Beschlussfassung in Gremien geltenden kirchenrechtlichen Vorschriften zulässig. Denn die Mitglieder des jeweiligen Gremiums sind über Telefon und/oder Video beieinander, können Meinungen und Argumente austauschen und so zu Beschlüssen kommen. Insoweit ist den Regeln zu Sitzungen unter Anwesenden Genüge getan. Voraussetzung ist aber, dass eine Teilnahme über Telefon- oder Videokonferenz für alle Mitglieder des Gremiums möglich ist.

Folgende Systeme haben sich bewährt: https://zoom.us/de-de/meetings.html oder https://www.skype.com/de/ .

Im Landeskirchenamt nutzen wir selbst Zoom meetings, weil das Programm nach Einschätzung der EKD datenschutzkonform ist.

Um die Videokonferenzsysteme zu nutzen, benötigen Sie ein Notebook oder einen PC mit Mikrofon oder auch ein Smartphone und optional auch eine Kamera sowie einen E-Mail Zugang. Ohne Mikrofon können Sie sich bei Zoom auch per Telefon oder per Mobiltelefon einwählen.

3. Beschlussfassung im Umlaufverfahren

Beschlüsse im Umlaufverfahren sind explizit in der Kirchengemeindeordnung zwar nicht vorgesehen, sind aber auf Grund der derzeitigen Situation nach allgemeinen Bestimmungen über Abstimmungen unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

Die Beschlussfassung muss so dringend sein, dass die Angelegenheit nicht bis zur nächsten regulären Sitzung unter Anwesenden warten kann. Der Beschlussvorschlag muss allen Mitgliedern des Gremiums zugehen. Grundsätzlich müssen alle Mitglieder des Gremiums mit der Beschlussfassung im Umlaufverfahren einverstanden sein. Das müssen alle Mitglieder des Gremiums auch positiv zurückmelden per Brief, Telefon, E-Mail oder direkt auf dem Abstimmungsbogen des Umlaufverfahrens.

Parallel zur Abfrage zum Verfahren wird im Umlaufverfahren die Meinung des Mitglieds des Gremiums (ja, nein oder Enthaltung) zu der in Rede stehenden Sachentscheidung abgefragt. Für die Sachentscheidung gelten die regulären im konkreten Fall geltenden Mehrheitsanforderungen, also z. B. bei Abstimmungen im Kirchenvorstand gemäß § 25 KGO.

Bei einer Wahl durch den Kirchenvorstand kann wie folgt vorgegangen werden: Eine Wahl durch den Kirchenvorstand kann auch im Umlaufverfahren erfolgen. An dieser Wahl im Umlaufverfahren müssen allerdings alle Mitglieder des Kirchenvorstandes teilnehmen.

Das Landeskirchenamt, den 31.03.2020

gez. Christian Frehrking

Präsident

Nach oben


Anordnungen und Empfehlungen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe zum Umgang mit der Corona-Pandemie im kirchengemeindlichen Leben

(Stand: 17. März 2020, 12.00 Uhr)

Aufgrund der Entscheidungen von Bund und Land vom 16. März 2020 (Pressemitteilung 96, veröffentlicht durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung – www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles) sind einige Passagen unseres Textes verändert. Besonders die Ausführungen zum Gottesdienst und zu den kirchlichen Bestattungen bitten wir zu beachten.

Die Corona-Pandemie stellt unsere Kirchengemeinden und unsere Besonnenheit auf die Probe. Der verantwortliche Umgang mit den Risiken ist auch für die Landeskirche und die Kirchengemeinden eine besondere Herausforderung.
Unsere Gottesdienste und kirchengemeindliche Veranstaltungen sind in der Regel öffentlich. Wir tragen Mitverantwortung für den Schutz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und für unsere Haupt- und Ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Ganz besonders müssen wir auf den Schutz kranker und älterer Menschen achten. 

Grundsätzlich gelten für die Landeskirche, die Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen die Vorgaben und die Empfehlungen der staatlichen und kommunalen Behörden. Das sich diese Vorgaben derzeit stündlich ändern können, ist uns bewusst. 

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html 
https://www.niedersachsen.de/Coronavirus 
https://www.schaumburg.de/ 

 

Für uns als Kirche gilt in dieser Situation:

Wir tragen Verantwortung für die Menschen, die uns anvertraut sind. Dies gilt in diesen Zeiten der Verunsicherung insbesondere für die Seelsorge, auch wenn diese bis auf weiteres im Wesentlichen telefonisch geschieht. 

Wir bitten darum, besonders für die alleinstehenden Menschen da zu sein, deren Versorgungsmöglichkeiten abzufragen und Formen kreativer Unterstützung (Einkaufshilfe…) zu schaffen.

  • Alle Pastorinnen und Pastoren sowie die kirchlichen Dienststellen sind verlässlich erreichbar. Für eine ausreichende Bekanntmachung der Erreichbarkeit ist Sorge zu tragen. Dazu gehört auch, dass auf Anrufbeantwortern benannt wird, zu welchen Zeiten die tägliche Erreichbarkeit gewährleistet ist.

Wir entwickeln und praktizieren neue Verkündigungsformate (z.B. digital oder als Angebot der gleichzeitigen Feier in unseren Häusern, vgl. https://www.landeskirche-hannovers.de/damfiles/default/evlka/presse-medien/news/2020/Corona/Liturgie-Hausandacht-_Gottesdienst-zeitgleich__1.docx-4cc6df609a65436ad6dced3156509f62.pdf .

Wir sind aufgerufen zur Fürbitte, besonders für die Kranken und alle, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Dienst tun.

Wir tun das uns Mögliche, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Verantwortlich für konkrete Entscheidungen zum kirchlichen Leben vor Ort treffen die Kirchenvorstände und Pfarrämter.

Für diese geben wir bis auf weiteres folgende Handlungsempfehlungen:

1. Gottesdienst

NEU!!! - 07.04.2020

Entsprechend der geltenden Allgemeinverfügung vom 02.04.2020 gilt das Versammlungsverbot in Kirchen und Gotteshäusern fort. Darum darf auch weiterhin nicht zu Gottesdiensten oder Andachten, auch nicht zu verabredeten Gebetstreffen in der Kirche eingeladen werden. Das ist sehr schmerzlich, aber gilt eben unbedingt.

Was die Feiertage Gründonnerstag bis Ostermontag betrifft, haben die Kirchengemeinden sehr viele unterschiedliche Ideen entwickelt auf welche Weise die Osterbotschaft unseren Gemeindegliedern und der interessierten Öffentlichkeit in ganz anderer Weise verkündigt werden kann.

Öffnung der Kirchen für das Gebet

Heute am 07.04.2020 wurden wir von der Landesregierung darüber informiert, dass es nun auch wieder ausdrücklich erlaubt ist, die Kirchen für die Andacht und das Stille Gebet von einzelnen Gläubigen zu öffnen.

Die Entscheidung über eine Öffnung der Kirche wird vom Kirchenvorstand getroffen.

Um weiterhin alles dafür zu tun, einer Ausbreitung des Virus entgegenzutreten und die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, geben wir Ihnen für die Öffnung der Kirche folgende Empfehlungen:

  • Zugang und Einlass in die Kirche kann nur unter Aufsicht geschehen. Die Personen, die diese Aufsicht wahrnehmen, sind dazu vom Kirchenvorstand beauftragt und nehmen das Hausrecht wahr.
  • Bitte beauftragen Sie mit der Aufsicht nicht Personen, die Risikogruppen angehören.
  • Die Aufsichtspersonen öffnen und schließen die Türen bei Wahrung der Abstandsregel (1,5 m). Sie achten darauf, dass auch in der Kirche die Abstandsregeln gewahrt bleiben und die notwendigen Hygienereglungen gewahrt werden.
  • Sofern in der Kirche von Besuchern Kerzen entzündet werden können, sorgen Sie bitte dafür, dass es eine brennende Kerze gibt und legen Sie keine Streichhölzer oder Feuerzeuge aus.
  • Bei den vor der Kirchentür Wartenden ist darauf zu achten, dass die Abstandsregel eingehalten wird. Ggf. sind dafür auch entsprechende Hinweise anzubringen.

2. Taufen und Trauungen

Taufen und Trauungen sind auf die zweite Jahreshälfte zu verschieben.

3. Kirchliche Bestattungen

NEU!!! - 17.03.2020

Die Bestattungen trotz der sorgfältig und unbedingt zu beachtenden Auflagen würdig zu gestalten, ist uns ein sehr wichtiges Anliegen.

Grundsätzlich gilt: bei kirchlichen Bestattungen ist der Kreis der teilnehmenden Menschen auf den engsten Familienkreis zu beschränken.

Da sich der Virus im Freien nach Meinung der Experten viel weniger ausbreiten kann, sollte die Trauerfeier unter freiem Himmel stattfinden.

Während der Bestattung ist auf folgendes zu achten: Auf Beileidsbekundungen mit Händeschütteln und Umarmungen muss schweren Herzens verzichtet werden. Um das Risiko der Tröpfcheninfektion zu reduzieren, sollte ein Sprechabstand von zwei Metern eingehalten werden.

Die Kirchengemeinden tragen dafür Sorge, dass im Umfeld von Trauerfeier und Bestattung jegliche Ansteckungsgefahr aufs äußerste reduziert wird.

4. Konfirmationen

Konfirmationsgottesdienste sind auf die zweite Jahreshälfte zu verschieben. Ebenso auch die Jubel-Konfirmationen. 

5. Freizeiten und Jugendtreffen

Freizeiten sind bis auf weiteres abzusagen. 

Solange die Schulen und die Kindertagesstätten geschlossen sind, dürfen keine Jugendkreise und Kinderaktivitäten stattfinden. 

6. Kirchliche Veranstaltungen, Konzerte, Chorproben u.a.

Sämtliche Gemeindeveranstaltungen und Probetermine von Chören haben so lange zu unterbleiben, wie Schulen, Kindertagesstätten und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen sind. 

7. Kindertagesstätten

Für Kindertagesstätten und Schulen gelten besondere Anweisungen der Behörden, insbesondere der Gesundheitsämter. Nähere Informationen auf den Internetseiten des Landes Niedersachsen:
https:/www.niedersachsen.de/coronavirus/hinweise_fur_schulen_und_kitas.de

Gemäß Vorgabe des Niedersächsischen Kultusministeriums bleiben auch die Kindertagesstätten der freien Träger zunächst bis zum 18. April 2020 geschlossen. Die betreuten Kinder müssen zu Hause bleiben. 
Die Kirchengemeinden als Träger der Einrichtungen müssen darüber entscheiden, ob s. g. Notgruppen eingerichtet werden. In diesen Notgruppen sollen zuvorderst Kinder von Eltern betreut werden, die in der Daseinsvorsorge tätig sind. Hierzu gehören die Bereiche Pflege, Gesundheit, Medizin, Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Die Notbetreuung soll in kleinen Gruppen stattfinden und auf das notwendigste Maß beschränkt werden. Für die Mitarbeitenden gilt, dass die Schließung der Einrichtung nicht zu einer Freistellung führt. Die arbeitsvertraglichen Pflichten gelten weiterhin. 

8. Kirchenvorstandssitzungen, Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen

In einer Situation wie dieser ist es wichtig, dass sich die Leitungsgremien in der Landeskirche und den Kirchengemeinden über die Situation austauschen und auf gesicherter Faktenlage besonne Entscheidungen treffen.
Deshalb empfehlen wir, dass die Sitzungen der kirchenleitenden Organe und die Kirchenvorstandssitzungen auf das notwendige beschränkt werden und nach Möglichkeit in anderer Form stattfinden. So ist es auch möglich, die Sitzungen in Form einer Telefon- oder Videokonferenz durchzuführen oder Beschlüsse im Umlaufverfahren herbeizuführen. 
Der Gemeindekirchenrat sollte in dieser Zeit nicht zusammenkommen bzw. gemeinsame Sitzungen des Kirchenvorstandes mit dem Gemeindekirchenrat sollten unterbleiben. 

Andere Besprechungen sollten ebenfalls auf das Notwendigste beschränkt und ggf. als Telefonkonferenz durchgeführt werden. Dringende Beschlüsse können im Umlaufbeschlussverfahren per E-Mail erfolgen. 

Mit Blick auf die Rolle als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und die Gefahr der weiträumigen Ausbreitung des Virus haben auswärtige Sitzungen und Dienstreisen zu unterbleiben. 

9. Arbeits- und dienstrechtliche Folgen

Bei arbeits-, dienst- und tarifrechtlichen Fragestellungen orientieren wir uns an den Hinweisen des Landes Niedersachsens zum Umgang mit dem Corona-Virus. 

Nach den Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland (AVR DD) gilt folgendes:

Werden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter auf Grund eines erhöhten Infektionsrisikos bzw. eines konkreten Verdachtes gehindert ihre vertragliche Arbeitsleistung zu erbringen, weil sie diesbezüglich vom Dienst freigestellt sind oder auf Grund der präventiven Schließung von Kindertagesstätten oder Schulen ihre Kinder betreuen müssen, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Vergütung. Es handelt sich dabei um Fälle der persönlichen Verhinderung und die Beschäftigten schulden weiterhin ihre Arbeitsleistung. 

Die Beschäftigten können entweder freiwillig unter Fortzahlung der Bezüge freigestellt oder ihnen kann Urlaub, ggf. Freizeitausgleich oder Sonderurlaub gemäß § 29 Abs. 3 AVR DD gewährt werden. Der Vergütungsanspruch nach § 616 BGB wurde in den AVR DD nicht ausgeschlossen, allerdings wurden in § 11 AVR DD die Gründe und der Umfang eines Freistellungsanspruches konkretisiert. Die Beschäftigten können ggf. hieraus Freistellungsansprüche geltend machen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst infolge der Viruserkrankung arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf Fortzahlung der Vergütung nach § 10 AVR DD. Bei Erkrankungen der eigenen betreuungsbedürftigen Kinder haben Beschäftigte einen Anspruch auf bezahlte Freistellung auf Grund von § 45 SGB-V. Erkranken nahe Angehörige, kommt eine bezahlte Freistellung in dem in § 11 Abs. 1 e) und Abs. 6 AVR DD genannten zeitlichen Umfang in Betracht. 

Bückeburg, den 17. März 2020

Dr. Karl-Hinrich ManzkeChristian Frehrking
LandesbischofPräsident

Nach oben